Einfluss saisonaler Wasserverschiebungen auf den Erdmittelpunkt
Jahreszeitliche Veränderungen im Wasserkreislauf führen dazu, dass Wasser sich auf der Erdoberfläche neu verteilt. Diese Umverteilung ist ausreichend, um den Massenmittelpunkt der Erde im Verhältnis zu ihrem geometrischen Zentrum um einige Bruchteile eines Zolls hin und her zu bewegen. Die Verschiebungen treten im Rhythmus der Jahreszeiten auf und sind ein direktes Ergebnis von Schnee-, Eis- und Wasserspeicheränderungen auf Kontinenten und Ozeanen.
Ein Team von Wissenschaftlern der NASA überwacht diese Schwingungen kontinuierlich, weil der genaue Lage des Massenmittelpunkts eine fundamentale Referenzgröße für präzise Satellitenbahnen und Höhenmessungen darstellt. Kleine Abweichungen können sonst zu Fehlern bei Orbitbestimmungen und bei der Interpretation von Altimetriedaten führen.
Die Forschenden nutzen dabei Kombinationen aus Satellitengravitationsmessungen, Bodenstationen und geophysikalischen Modellen, um die zeitlichen Variationen zu quantifizieren. Die Ergebnisse tragen dazu bei, Referenzsysteme wie das Internationale Terrestrische Referenzrahmen zu verbessern und die Genauigkeit von Navigations- und Erdbeobachtungsmissionen zu erhöhen.