Ein extrem heißer Exoplanet
Der sogenannte Hot Jupiter HD 209458 b, einer der am besten untersuchten extrasolaren Gasriesen, umkreist seinen sonnenähnlichen Stern in weniger als vier Tagen. Durch die enorme Nähe wird die Atmosphäre des Planeten stark aufgeheizt, wodurch Temperaturen von rund 2.200 °C an der Tagseite gemessen wurden.
Messungen und Modelle
Mit Hilfe von Transit‑Spectroskopie und Weltraumteleskopen wie Hubble und Spitzer konnten Astronomen die chemische Zusammensetzung und die Temperaturverteilung der Atmosphäre bestimmen. Die Daten zeigen, dass schwere Elemente wie Natrium und Eisen in gasförmiger Form vorkommen und durch starke Winde von der Tag- zur Nachtseite transportiert werden.
Vergleich mit irdischen Bedingungen
Die Bedingungen auf HD 209458 b sind vergleichbar mit einem Grill, der auf höchster Stufe betrieben wird. Während ein Grillmeister auf der Erde bei 40 °C schwitzt, erreicht die obere Atmosphäre des Exoplaneten Temperaturen, die Metalllegierungen schmelzen lassen. Trotz dieser extremen Hitze bleibt der Planet stabil, weil die enorme Gravitation das Gas zusammenhält.
Zukünftige Forschung
Geplante Missionen wie das James‑Webb‑Weltraumteleskop werden die Atmosphäre weiter analysieren und nach Anzeichen für chemische Prozesse suchen, die bei solch hohen Temperaturen ablaufen. Die Erkenntnisse könnten Aufschluss darüber geben, wie sich Planetensysteme unter extremen Strahlungsbedingungen entwickeln.