Neun Protosterne gemeinsam im Entstehen
Ein internationales Forscherteam hat mithilfe des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ein junges Sternensystem identifiziert, in dem sich neun Protosterne gleichzeitig bilden. Die Beobachtungen geben Aufschluss darüber, wie massive Sterne, die typischerweise in Mehrfachsystemen vorkommen, ihre frühen Konfigurationen annehmen.
Methodik und Entdeckung
Die Gruppe stieß zufällig auf das Objekt, während sie eine andere Region des Sternentstehungsnebels untersuchte. Durch hochauflösende Millimeterinterferometrie konnten die Wissenschaftler die dichte Gas- und Staubwolke kartieren, aus der die neun embryonalen Sterne hervorgehen.
Bedeutung für die Sternentstehungstheorie
Massive Sterne entstehen fast ausschließlich in Paaren oder größeren Gruppen, doch die genauen physikalischen Prozesse, die zu solchen Mehrfachsystemen führen, bleiben unklar. Das neu gefundene System stellt ein frühes Stadium dar, in dem die einzelnen Protosterne noch stark von ihrer gemeinsamen Umgebung beeinflusst werden, was Modelle zur Fragmentierung von Molekülwolken prüfen lässt.
Veröffentlichung und Ausblick
Die Ergebnisse wurden am 2. Juni auf dem arXiv‑Preprint‑Server eingereicht. Die Autoren betonen, dass weitere hochauflösende Beobachtungen nötig sind, um die Dynamik und mögliche zukünftige Wechselwirkungen der neun Sterne zu verfolgen.