Durch die präzisen Positionsdaten der Gaia-Mission können Astronomen die Bewegungen von Sternen im Umfeld der Sonne genauer nachvollziehen als je zuvor. Auf dieser Grundlage haben der Senior Scientist Nathan Kaib vom Planetary Science Institute und sein Koautor Sean Raymond von der Université de Bordeaux eine besonders einflussreiche Sternenbegegnung untersucht.
Stellare Gravitation löst Kometenregen aus
Die Analyse zeigt, dass ein Stern, der vor einigen Millionen Jahren relativ nahe an unserem Sonnensystem vorbeizog, die Gravitation der Oort‑Wolke stark perturbierte. Durch die Störung wurden zahlreiche eisige Körper aus ihren ursprünglichen, stabilen Bahnen herausgerissen und begannen, in Richtung inneres Sonnensystem zu fallen.
Die Forscher schätzen, dass dieser Vorbeiflug zu einem sprunghaften Anstieg der Kometenproduktion führte, der bis heute nachwirkt. Die gestörten Objekte bilden weiterhin eine Quelle für Langzeitkometen, die in unregelmäßigen Abständen die Erde passieren können.
Die Ergebnisse werden auf der Tagung der American Astronomical Society Division on Dynamical Astronomy präsentiert und könnten das Verständnis darüber vertiefen, wie externe gravitative Einflüsse die langfristige Dynamik unseres Planetensystems steuern.
Die Studie unterstreicht zudem die Bedeutung von Weltraummissionen wie Gaia, die nicht nur die Struktur der Milchstraße kartieren, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Erdbahn und potenzielle Gefahrenszenarien durch Kometen aufzeigen.