Verzögerte Radioausbrüche nach Sternzerreißungen
Wenn ein Stern zu nahe an ein supermassives Schwarzes Loch gerät, wird er durch die extreme Gravitation zerrissen. Der Vorgang erzeugt ein kurzlebiges, intensives Leuchten, das bislang als Abschluss des Ereignisses galt.
Ein Forschungsteam, das das Very Large Array (VLA) einsetzte, hat jedoch nachverfolgt, dass viele dieser Ereignisse nicht endgültig sind. Stattdessen zeigen die betroffenen Schwarzen Löcher Monate bis Jahre später erneute Strahlungsimpulse im Radiobereich. Diese Impulse entstehen, weil ein Teil der aufgenommenen Materie wieder in den Weltraum zurückgeschleudert wird.
- Die beobachteten Nachleuchtungen dauern von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren.
- Die Radioemissionen werden als „Burps“ bezeichnet, weil sie ähnlich einem Aufstoßen erscheinen.
- Selbst relativ ruhige Schwarze Löcher in unserer eigenen Galaxie zeigen dieses Verhalten.
Durch die Analyse dieser verzögerten Flare können Wissenschaftler die Veränderung der Akkretionsrate in Echtzeit verfolgen und erhalten Einblicke in die Dynamik von Materie, die von einem Schwarzen Loch aufgenommen und wieder ausgestoßen wird.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass supermassive Schwarze Löcher wesentlich unruhiger und aktiver sind, als bisher angenommen wurde. Die Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten, die langfristige Entwicklung von Tidal‑Disruption‑Ereignissen zu untersuchen.