Hybridplan zur Sanierung von Launch Complex 36
Nach dem Vorfall mit der Trägerrakete New Glenn, der im Mai erhebliche Schäden am Startkomplex 36 (LC‑36) im Kennedy Space Center verursachte, arbeitet Blue Origin an einer beschleunigten Wiederherstellung. Das Unternehmen hat ein hybrides Vorgehen angekündigt, das sowohl kurzfristige Reparaturmaßnahmen als auch langfristige Infrastrukturverbesserungen kombiniert.
Im ersten Schritt sollen beschädigte Strukturen wie die Abschussrampe, das Flammenschutzsystem und die zugehörige Versorgungsinfrastruktur mit Hilfe von Spezialfahrzeugen und modularen Bauelementen rasch wiederhergestellt werden. Parallel dazu wird ein Team von Ingenieuren die Ursachen des Schadens analysieren, um zukünftige Risiken zu minimieren.
Langfristig plant Blue Origin, den Komplex zu modernisieren, indem neue, wiederverwendbare Komponenten integriert werden. Dazu gehören ein verstärktes Flammenschutzsystem, ein automatisiertes Betankungs‑ und Beladesystem sowie erweiterte Sicherheitsvorkehrungen, die den Betrieb von schweren Trägerraketen wie New Glenn dauerhaft ermöglichen sollen.
Der hybride Ansatz soll die Ausfallzeit des Startplatzes deutlich reduzieren. Während herkömmliche Sanierungsprojekte mehrere Monate in Anspruch nehmen können, rechnet das Unternehmen mit einer Wiederinbetriebnahme von LC‑36 innerhalb von sechs bis acht Wochen für begrenzte Testflüge und bis zu drei Monaten für den Vollbetrieb.
Blue Origin kooperiert dabei eng mit dem Kennedy Space Center und den zuständigen US‑Behörden, um alle Sicherheitsstandards einzuhalten. Die Fortschritte werden regelmäßig dokumentiert und an die Öffentlichkeit kommuniziert, um Transparenz über den Wiederaufbau zu gewährleisten.