Entdeckung von geladenen Staubkörnern in der Sonnenkorona
Die NASA‑Mission Parker Solar Probe hat während ihrer Vorbeiflüge an der Sonne Messungen durchgeführt, die zeigen, dass winzige, elektrisch geladene Staubteilchen in der äußeren Atmosphäre der Sonne mit magnetischen Plasmaschwingungen mitgerissen werden. Diese Beobachtung liefert ein neues Puzzleteil für das langjährige Rätsel, warum die Korona deutlich heißer ist als die Sonnenoberfläche.
Messungen und Methodik
Mit Hilfe von hochsensiblen Instrumenten, darunter ein Dust Analyzer und ein Magnetometer, registrierte die Sonde elektrische Ladungen und Bewegungen von Staubpartikeln in einer Region, in der die Temperaturen bereits mehrere Millionen Grad Celsius erreichen. Die Daten belegen, dass die Teilchen nicht nur vorhanden, sondern aktiv von den sich ausbreitenden Magnetwellen beschleunigt werden.
Folgen für das Koronaproblem
Die Energie, die durch die Wechselwirkung zwischen den Plasmaschwingungen und den geladenen Staubkörnern freigesetzt wird, könnte einen Beitrag zur zusätzlichen Erwärmung der Korona leisten. Bisherige Theorien konzentrierten sich vor allem auf Wellenheizung und magnetische Rekonnexion; die neue Beobachtung erweitert das Spektrum möglicher Heizmechanismen.
Ausblick
Weitere Durchläufe der Parker Solar Probe werden die Häufigkeit und das Verhalten der Staubpartikel genauer untersuchen. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten nicht nur das Verständnis der Sonnenkorona vertiefen, sondern auch Modelle für Sternatmosphären anderer Sterne verbessern.