Ausbau der chinesischen Raumstation
Die chinesische Raumfahrtbehörde hat angekündigt, dass die modulare Raumstation Tiangong in den kommenden Jahren um drei zusätzliche Habitateinheiten erweitert werden soll. Zusammen mit einem neu zu startenden, ko-orbitalen Weltraumteleskop soll die Station dadurch fast doppelt so groß werden wie derzeit.
Geplante Module und deren Funktionen
Die drei neuen Module sollen jeweils über eigene Lebenserhaltungssysteme, Laboreinrichtungen und Andockmöglichkeiten verfügen. Damit soll die Nutzungsdauer der Station verlängert und die Kapazität für internationale Experimente erhöht werden. Das Teleskop, das in einer gemeinsamen Umlaufbahn mit Tiangong operieren wird, ist für Beobachtungen im sichtbaren und infraroten Spektrum vorgesehen.
Hintergrund: Das Ende der ISS
Parallel dazu befindet sich die Internationale Raumstation (ISS) in den letzten Betriebsjahren. Die Partnerstaaten haben bereits Pläne für eine kontrollierte Deorbitierung im Pazifik angekündigt, die voraussichtlich in den späten 2020er‑Jahren stattfinden wird. Die bevorstehende Abschaltung der ISS eröffnet ein Vakuum im erdnahen Orbit für neue stationäre Plattformen.
Strategische Bedeutung für China
Der Ausbau von Tiangong stärkt Chinas Position als einziger Betreiber einer dauerhaft bemannten Raumstation nach dem Ausstieg der ISS. Die zusätzlichen Module ermöglichen längere Missionen, mehr wissenschaftliche Projekte und potenziell die Aufnahme weiterer internationaler Partner.
Ausblick
Der Zeitplan sieht den Start der ersten Erweiterungsmissionen ab 2026 vor, gefolgt von weiteren Starts bis Anfang der 2030er‑Jahre. Sobald das Teleskop in Betrieb ist, könnte es die astronomische Forschung im erdnahen Orbit ergänzen und gleichzeitig als Testfeld für zukünftige chinesische Weltraumtechnologien dienen.