Neue Berechnungen zu außerirdischer Intelligenz
Der Astronom David Kipping hat kürzlich ein Modell veröffentlicht, das die Häufigkeit fortgeschrittener Zivilisationen im Universum neu bewertet. Dabei greift er auf die klassische Argumentation von Michael Hart und Frank Tipler zurück, die in den 1970er‑ und 1980er‑Jahren die sogenannte Fermi‑Paradox‑These formulierten.
Hart und Tipler gingen davon aus, dass, wenn technologische Zivilisationen existieren, sie genügend Zeit gehabt hätten, um interstellare Reisen zu entwickeln, sich selbst replizierende Raumschiffe (Von‑Neumann‑Sonden) zu bauen und schließlich die Milchstraße zu besiedeln. Da keinerlei Spuren solcher Aktivitäten beobachtet wurden, schlossen sie daraus, dass intelligente Außerirdische nicht existieren.
Kipping erweitert diese Überlegung, indem er aktuelle astrophysikalische Daten zu Sternentstehungsraten, Planetendichte und habitabler Zone einfließen lässt. Sein Modell berücksichtigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zivilisation die Schwelle zur „post‑biologischen“ Entwicklung überschreitet – also Maschinen schafft, die eigenständig weiterentwickeln können.
Die Resultate zeigen, dass die kombinierte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer langlebigen, technologisch fortgeschrittenen Zivilisation in einer typischen Galaxie sehr gering ist. Selbst unter optimistischen Annahmen liegt die erwartete Zahl solcher Zivilisationen bei deutlich unter eins pro Milliarde Sterne.
Diese Zahlen deuten darauf hin, dass das Universum möglicherweise weit leerer von hochentwickelten Lebensformen ist, als bislang vermutet. Kipping betont jedoch, dass das Ergebnis stark von den gewählten Parametern abhängt und zukünftige Beobachtungen – etwa von Exoplaneten‑Atmosphären – die Schätzungen weiter verfeinern könnten.
Die Diskussion um das Fermi‑Paradoxon bleibt damit lebendig, wobei neue statistische Modelle wie das von Kipping die Debatte um die Seltenheit intelligenten Lebens weiter anheizen.