Das Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI), ursprünglich entwickelt zur Kartierung der großräumigen Struktur des Universums durch Messung von Galaxienspektren, hat neben seiner Hauptaufgabe auch unerwartete Daten gewonnen. Während Zeiten, in denen die Zielgalaxien nicht beobachtbar waren, richtete das Instrument seinen Blick auf weit entfernte weiße Zwerge und sammelte deren Spektren.
In diesen Spektren fanden Astronomen klare Signaturen von Elementen, die in felsigem Material vorkommen, wie Eisen, Magnesium, Silizium und Sauerstoff. Die Anwesenheit dieser Schwermetalle in der Atmosphäre sonst sauberer weißer Zwerge deutet darauf hin, dass die Sterne Trümmer von zerfallenden Exoplaneten akkretieren. Die Akkretion erfolgt, wenn ein Planet aufgrund der starken Gezeitenkräfte des kompakten Sterns zerlegt wird und das résultierende Staub- und Gasgemisch auf die Sternoberfläche fällt.
Die gemessenen Konzentrationen entsprechen überraschend genau der Zusammensetzung von Gesteinskörpern im inneren Sonnensystem, insbesondere der Erde und der Asteroidengürtel. Dies legt nahe, dass die Bausteine felsiger Planeten in anderen Planetensystemen ähnlich sind wie in unserer eigenen Nachbarschaft, was die Annahme unterstützt, dass erdähnliche Welten häufiger vorkommen könnten als bisher angenommen.
Die Methode zeigt, dass Spektroskopie von weißen Zwergen ein mächtiges Werkzeug sein kann, um die Geologie von Exoplaneten indirekt zu untersuchen. Zukünftige Beobachtungen mit DESI und ähnlichen Instrumenten könnten weitere Systeme aufdecken und erlauben eine statistische Analyse der exoplanetaren Gesteinszusammensetzung über die gesamte Galaxie hinweg.