Ein internationales Team von Astronomen hat eine bisher nicht beobachtete Population von Galaxien entdeckt, deren Radio-Loben deutlich an intensity abnehmen. Diese Strukturen sind normalerweise das sichtbare Ergebnis mächtiger Jets, die vom zentralen supermassiven Schwarzen Loch ausgehen und interstellare Materie mit nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigen.
Radio-Loben entstehen, wenn Teilchen in den Jets mit Magnetfeldern interagieren und Synchrotronstrahlung im Radiobereich erzeugen. Solange das Schwarze Loch Materie akkretiert und Energie in die Jets speist, bleiben die Loben hell und ausgebreitet. Wenn die Akkretion jedoch stockt, fällt die Energiezufuhr weg und die Teilchen beginnen, ihre Energie zu verlieren.
Das beobachtete Verblassen der Loben deutet darauf hin, dass die Triebwerke dieser Galaxien – die Jets – abgeschaltet haben oder zumindest stark reduziert sind. Damit liefert die Entdeckung ein direktes Beobachtungsfenster in die Phase, in der ein aktiver Galaxienkern (AGN) seine Tätigkeit einstellt und die zugehörigen Ausströmungen zur Ruhe kommen.
Das Verständnis solcher Abschaltvorgänge ist wichtig für die Modellierung der Galaxienentwicklung, denn die Rückkopplung zwischen Schwarzen Löchern und ihrer Umgebung beeinflusst Sternentstehung und das Wachstum der Galaxie selbst. Weitere Beobachtungen sollen klären, wie lange diese schwachen Phasen dauern und ob sie später wieder aufflammen können.