Entdeckung von Wasserstoffwolken nahe der Whirlpool-Galaxie
Ein internationales Team von Astronomen hat das 500‑Meter‑Durchmesser‑Radioteleskop FAST in China genutzt, um das Wasserstoff‑21‑cm‑Liniensignal in der Umgebung der Spiralgalaxie M51 zu kartieren. Dabei traten zwei ausgedehnte Strukturen hervor, die jeweils mehrere Bogenminuten am Himmel einnehmen und sich außerhalb des sichtbaren SternenDisks der Galaxie befinden.
Die geschätzte Masse jeder Wolke liegt bei etwa drei Millionen Sonnenmassen, die ausschließlich in neutralem atomarem Wasserstoff gebunden ist. Die Wolken zeigen eine vergleichsweise geringe Oberflächendichte, liegen jedoch deutlich über dem Schwellenwert, bei dem molekularer Wasserstoff erwartet würde.
Tiefgehende Suche in optischen Aufnahmen des Sloan Digital Sky Survey sowie Archivaldaten des Hubble-Weltraumteleskops ergab keinerlei nachweisbare Sterne, Sternhaufen oder Hα‑Emission. Selbst bei Grenzflächen von wenigen Prozent eines Prozent der erwarteten Lichtleistung blieb das Signal unter der Detektionsschwelle.
Die fehlende optische Entsprechung lässt die Objekte als Kandidaten für sogenanntes „dunkles Gas“ erscheinen, das in kosmologischen Simulationen häufig vorausgesagt, aber bisher nur selten beobachtet wurde. Solche Wolken könnten einen wichtigen Reservoir für zukünftige Sternentstehung darstellen oder Hinweis auf akkretierte intergalaktische Materialien sein.
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Astronomy & Astrophysics veröffentlicht und unterstreichen die Fähigkeit von FAST, diffuse Gasstrukturen mit hoher Sensibilität aufzuklären. Weitere Beobachtungen mit Interferometern wie dem VLA oder ALMA sind geplant, um die innere Struktur, mögliche molekulare Anteile und die kinematische Eigenschaften der Wolken genauer zu bestimmen.