Jede Nacht stehen Astronomen vor der Aufgabe, das wechselhafte Wetter, die Intensität des Mondlichts und die turbulente Atmosphäre zu bewerten, bevor sie ein Teleskop ausrichten. Dieser Prozess erfordert ständige Abwägung, um die begrenzte Beobachtungszeit unter dunklem Himmel bestmöglich auszunutzen.
Ein Team von Wissenschaftlern der Northwestern University, der University of Chicago und Fermilab hat nun ein künstliches Intelligenz‑System entwickelt, das diese Entscheidungsfindung automatisiert. Das Tool verarbeitet kontinuierlich Daten von Wetterstationen, Mondkalendern und Sensoren zur atmosphärischen Stabilität.
Anhand dieser Informationen berechnet die KI in Echtzeit, welche Himmelsregion derzeit die besten Bedingungen bietet. Anschließend sendet sie Steerbefehle an das Teleskop, das seine Position ohne menschliches Eingreifen anpasst.
Die erwarteten Vorteile liegen in einer höheren Auslastung der Beobachtungszeit und damit in der Möglichkeit, mehr Objekte zu studieren oder schwächere Signale nachzuweisen. Langfristig könnte das System in anderen Observatorien eingesetzt werden und die Arbeitslast für das Personal reduzieren.
Zunächst wird das KI‑Tool an einem Testteleskop evaluiert. Bei erfolgreichen Ergebnissen ist geplant, es schrittweise in den regulären Betrieb zu übernehmen und gegebenenfalls an weitere Institute zu lizenzieren.