Galaxienverschmelzungen unterdrücken die Sternentstehung möglicherweise nicht so stark wie bisher angenommen
In den letzten Jahren galt die Verschmelzung von Galaxien als Hauptmechanismus, der die Sternentstehung in massiven Galaxien zum Stillstand bringt.
Das Standardbild sieht vor, dass bei einer Kollision die zentralen Schwarzen Löcher zusammenfließen und einen hell leuchtenden Quasar entzünden, dessen Energie das Gas aufheizt oder verdrängt, das für neue Sterne benötigt wird.
Eine aktuelle Auswertung der IllustrisTNG‑Simulationsreihe legt jedoch nahe, dass dieser Quasar‑Feedback‑Pfad weniger effizient wirkt als bisher angenommen.
Die Wissenschaftler untersuchten zahlreiche simulierte Verschmelzungsevents und stellten fest, dass in vielen Fällen die Sternentstehung auch nach dem Höhepunkt der Quasaraktivität auf nachweisbaren Niveaus weiterlief.
Obwohl einige Verschmelzungen tatsächlich einen Rückgang der Geburtsrate von Sternen zeigten, war die insgesamt beobachtete Korrelation zwischen mergergetriebenem Quasarausstoß und einem abrupten Ende der Sternbildung schwächer als das kanonische Modell vorhersagt.
Die Ergebnisse schließen keinen vollständigen Ausfall des Quasarfeedbacks aus, sondern deuten darauf hin, dass zusätzliche Prozesse wie Gasrückführung, stellare Winde oder umweltbedingte Effekte eine größere Rolle bei der Regulierung der Sternbildung spielen als die Quasare allein.
Um zu prüfen, ob die simulierten Trends auch im realen Universum beobachtet werden können, werden zukünftige Beobachtungsprogramme nach Galaxien nach einer Verschmelzung benötigt.