Hintergrund
Obwohl kosmische Voiden den größten Teil des Universums nach Volumen ausmachen, sind sie nicht völlig leer. In diesen ausgedehnten, dünn besiedelten Regionen können einzelne Galaxien und gelegentlich auch kleine Gruppen existieren.
Methodik
Forscher nutzten Daten des CAVITY‑Surveys und wendeten das "Friends‑of‑Friends"‑Verfahren an, um die räumliche Anordnung benachbarter Galaxien zu untersuchen. Dabei wurden Galaxien, die sich innerhalb einer festgelegten Distanz zueinander befanden, zu potenziellen Gruppen zusammengefasst.
Ergebnisse
Die Analyse ergab, dass die überwiegende Mehrheit der Galaxien in Voiden keine nahen Nachbarn hat und damit praktisch allein steht. In den wenigen Fällen, in denen Gruppen identifiziert wurden, waren diese klein, lose gebunden und zeigten keine Korrelation zur Dichte des umgebenden Vakuums.
Interpretation
Die Befunde werfen die Frage auf, welche physikalischen Prozesse das Entstehen von Gruppen in solch extremen Umgebungen begünstigen. Während die meisten Galaxien offenbar keine ausreichende Gravitationsanziehung erfahren, um sich zu Verbünden, scheinen die wenigen vorhandenen Gruppen durch lokale Dichteschwankungen oder frühere Wechselwirkungen entstanden zu sein.
Ausblick
Weitere Beobachtungen und Simulationen sollen klären, warum manche Galaxien in den leersten Regionen des Kosmos Gesellschaft finden, während andere isoliert bleiben. Die Ergebnisse könnten Aufschluss über die Rolle von Dunkler Materie und die Entwicklung großräumiger Strukturen im Universum geben.