Die Vorstellung eines zusätzlichen, weit entfernten Planeten begleitet die Astronomie seit über einem Hundertjahr. Schon früh spekulierten Wissenschaftler darüber, dass jenseits der bekannten Bahn des Neptun ein weiterer Himmelskörper existieren könnte, dessen Gravitationswirkung auf kleinere Objekte im äußeren Sonnensystem nachweisbar wäre.
Diese Hypothese gewann insbesondere in den letzten Jahrzehnten an Aufmerksamkeit, nachdem Forschungen ungewöhnliche Bahnverhalten bei einigen transneptunischen Objekten feststellten. Die Annahme lautet, dass ein massereicher Planet mit einer Entfernung von mehreren hundert Astronomischen Einheiten diese Muster erklären könnte.
Die Suche nach einem solchen Körper gestaltet sich schwierig, weil das erwartete Objekt sehr schwach beleuchtet wäre und nur mit den leistungsstärksten Teleskopen sowie umfangreichen Himmelsdurchmusterungen nachweisbar wäre. Dabei werden sowohl sichtbare als auch infrarote Daten ausgewertet, um minimale Bewegungen gegen den Hintergrund fixer Sterne zu erkennen.
Bisher konnte kein direkter Nachweis erbracht werden, dennoch bleibt das Thema ein aktives Forschungsfeld. Zukünftige Observatorien und erweiterte Datensätze könnten entweder die Existenz eines solchen Planeten bestätigen oder die Hypothese letztlich widerlegen.