Temperaturspitze eines stark exzentrischen Exoplaneten
Ein internationales Forscherteam hat mithilfe des James‑Webb‑Weltraumteleskops (JWST) die Helligkeit und das Infrarot‑Spektrum des Exoplaneten HD 80606 b untersucht. Der Planet besitzt etwa die vierfache Masse des Jupiter und umkreist seinen sonnenähnlichen Stern in einer stark elliptischen Bahn, die ihn in kurzer Zeit extrem nahe an das Sternlicht führt.
Während des Beobachtungsfensters, das den Periapsis‑Durchgang abdeckte, registrierten die Instrumente des JWST eine rasante Temperatursteigerung des Planeten. Die Messungen zeigen, dass die Oberflächentemperatur innerhalb weniger Stunden von rund 500 K auf über 1500 K ansteigen kann, was auf eine intensive Strahlungsaufnahme und schnelle Aufheizung hindeutet.
Die Analyse basiert auf Daten des Near‑Infrared Spectrograph (NIRSpec) und des Mid‑Infrared Instrument (MIRI). Durch die Kombination beider Spektralbereiche konnten Wissenschaftler die thermische Reaktion des Planeten auf die kurzzeitige, aber intensive Bestrahlung durch den Stern präzise nachzeichnen.
Die Ergebnisse, die am Dienstag auf einer Fachkonferenz vorgestellt wurden, liefern wichtige Hinweise auf die Atmosphären dynamischer Exoplaneten. Insbesondere wird diskutiert, wie stark die atmosphärischen Schichten durch solch extreme Temperaturwechsel beeinflusst werden und welche Rolle chemische Prozesse dabei spielen.
Die Beobachtungen von JWST eröffnen zudem die Möglichkeit, weitere stark exzentrische Systeme zu untersuchen, um die Vielfalt planetarer Klimaszenarien besser zu verstehen. Die Forscher planen, weitere Durchgänge von HD 80606 b zu beobachten, um langfristige Veränderungen zu verfolgen.