Neuer Rekord für Radioteleskope
Ein internationales Forscherteam, das das MeerKAT‑Radioobservatorium in Südafrika nutzt, hat das bislang am weitesten entfernte Hydroxyl‑Megamaser identifiziert. Das Phänomen, das als natürlicher Laser im Mikrowellen‑ bzw. Radiobereich gilt, wurde in einer stark kollidierenden Galaxie nachgewiesen, deren Licht mehr als 8 Milliarden Lichtjahre zu uns unterwegs ist.
Hydroxyl‑Megamaser entstehen, wenn Moleküle von Hydroxyl (OH) in dichten, stark erregten Gaswolken durch intensive Strahlung angeregt werden. Die dabei ausgelösten kohärenten Emissionen können mehrere Millionen Mal stärker sein als die von einzelnen Sternen, weshalb sie als „Megamaser“ bezeichnet werden.
Die Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten, die physikalischen Bedingungen in frühen Galaxien zu untersuchen. Da Megamaser als zuverlässige Indikatoren für massive Sternentstehungsraten und galaktische Kollisionen gelten, können sie helfen, die Entwicklung von Strukturen im frühen Universum besser zu verstehen.
- Messung der Rotationsgeschwindigkeit der fernen Galaxie
- Bestimmung der Gasdichte und -temperatur im Kernbereich
- Einblick in die Dynamik von Galaxienverschmelzungen im jungen Universum
Die Beobachtungen wurden im Rahmen eines breiteren Surveys durchgeführt, das darauf abzielt, seltene, hochenergetische Radioquellen im frühen Kosmos zu katalogisieren. Die Ergebnisse werden voraussichtlich in einer Fachzeitschrift für Astrophysik veröffentlicht.