Am 12. August 2026 wird am Observatorio Astrofísico de Javalambre in Spanien eine totale Sonnenfinsternis sichtbar. Das ESA‑CESAR‑Team arbeitet gemeinsam mit Rubén García Benito vom Instituto de Astrofísica de Andalucía (IAA‑CSIC) daran, den Verlauf der Finsternis in ein musikalisches Werk zu übersetzen, das sie „Musifikation“ nennen.
Neun Parameter aus einer Stellarium‑Simulation bestimmen die Klanggestaltung. Das sichtbare Sonnenlicht treibt ein Arpeggio an, dessen Rhythmus, Umfang und Lautstärke dem Licht folgen, während der Hintergrundakkord die Himmelsfarbe widerspiegelt. Ein tiefer Basston repräsentiert das zunehmende Dunkel und erreicht seine stärkste Ausprägung während der Totalität. Ein pulsierender Herzschlag spiegelt die Geschwindigkeit wider, mit der das Licht abnimmt.
Weitere Klangelemente markieren konkrete Momente: Glocken läuten bei den Kontakten C1, C2, dem maximalen Eclipse und C3; ein schimmernder Klang steht für die Sonnenkrone während der Totalität; ein fallendes Whoosh signalisiert das genaue Verschwinden der Sonne hinter dem Horizont; ein tiefer Nacht‑Drone beginnt, sobald die Sonne unter den Horizont sinkt; und leise, funkelnde Töne machen die nach Sonnenuntergang sichtbaren Sterne hörbar.
Interessierte können die Musifikation über den ESA‑Live‑Stream vom Observatorium hören oder weitere Eclipse‑Materialien unter esa.int/solareclipse entdecken. Das Projekt zeigt, wie wissenschaftliche Daten durch künstlerische Gestaltung einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden können.