Hintergrund
Der Cygnus-Bubble ist eine ausgedehnte Wolke ultrahochenergetischer Gammastrahlung, die sich über Tausende von Lichtjahren am Himmel erstreckt. Diese Strahlung gehört zu den energiereichsten Phänomenen, die im Weltraum beobachtet werden können.
Bisher wurde das Phänomen meist mit dem Sternentstehungsgebiet Cygnus X in Verbindung gebracht, einer Region, in der junge, massereiche Sterne entstehen und deren Wind und Strahlung die Umgebung beeinflussen.
Neue Erklärung
Eine aktuelle Studie legt nahe, dass ein Mikroquasar die beobachtete höchste Energieausstrahlung natürlicher erklären könne als die bisherige Zuordnung zu Cygnus X. Mikroquasare sind kompakte Systeme, bei denen ein schwarzes Loch oder ein Neutronenstern Materie von einem Begleiter akkretiert und dabei relativistische Jets ausstößt.
Die Forschenden analysierten vorhandene Gammastrahlen-Daten und verglichen die spektralen und räumlichen Eigenschaften des Bubbles mit Modellen verschiedener Quellen. Dabei stellten sie fest, dass die Energieverteilung und die Morphologie besser zu einem jetgetriebenen Mikroquasar passen als zu diffusen Sternwindprozessen.
Publikation
Die Ergebnisse erschienen am 21. Juli in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal Letters. Die Arbeit trägt zur laufenden Debatte über die Herkunft extrem energiereicher Strukturen in unserer Galaxie bei und zeigt, dass kompakte Akkretionssysteme auch auf großen Skalen spürbare Spuren hinterlassen können.