Hintergrund
Planetologen diskutieren seit mehr als einem Jahrzehnt, warum es in der Statistik der bekannten Exoplaneten eine auffällige Lücke bei einem Radius von rund 1,8 Erdradien gibt. Die bislang gesammelten Daten zeigen zwei Hauptgruppen: kleinere, felsige Welten, die als „Super‑Earths“ bezeichnet werden, und größere, gasförmigere Körper, die als „Sub‑Neptune“ klassifiziert werden.
Ursache der Bifurkation
Obwohl das Phänomen gut dokumentiert ist, bleibt unklar, welche physikalischen Prozesse während der Planetenentstehung und -entwicklung zu dieser Aufspaltung führen. Theorien reichen von atmosphärischem Verlust durch Sternstrahlung bis hin zu unterschiedlichen Kern‑zu‑Mantel‑Verhältnissen, doch bislang gibt es keine eindeutigen Beobachtungsdaten.
Die Mission EVE
NASA hat einen Missionsvorschlag mit dem Arbeitstitel Early eVolution Explorer (EVE) eingereicht, um diese Fragen zu adressieren. Das Konzept, das als Pre‑Print auf arXiv veröffentlicht wurde, sieht ein Weltraumteleskop vor, das gezielt nach Planeten im kritischen Radiusbereich sucht und deren Atmosphären mittels Transit‑Spektroskopie analysiert.
Zielsetzung
EVE soll die Häufigkeit von Planeten rund 1,8 Erdradien quantifizieren, deren Dichte und atmosphärische Zusammensetzung bestimmen und damit Aufschlüsse darüber geben, ob ein schneller atmosphärischer Verlust oder andere Prozesse die Lücke erklären.
Ausblick
Die Mission befindet sich noch im Konzeptstadium, aber die geplanten Messungen könnten entscheidende Daten liefern, um das Verständnis der planetaren Evolution zu vertiefen und das Radius‑Tal‑Phänomen zu lösen.