Ein kürzlich veröffentlichtes Bild aus dem All offenbart ein außergewöhnliches Naturschauspiel: leuchtend neongrüne Polarlichter, die über den nördlichen Polarkreis tanzen. Die Aufnahme stammt von einer erdumlaufenden Plattform, die die Atmosphäre aus einer Höhe von mehreren hundert Kilometern beobachtet.
Entstehung der ungewöhnlichen Farben
Die intensiven Grüntöne entstehen, wenn energiereiche Teilchen des Sonnenwinds mit Sauerstoffatomen in einer Höhe von etwa 100 bis 300 km kollidieren. Unter bestimmten Bedingungen können die angeregten Atome Licht im Bereich von 557,7 nm emittieren, was dem menschlichen Auge als kräftiges Grün erscheint.
Solche Farben sind selten, weil sie von einer Kombination aus starkem Sonnenwind, hoher Sonnenaktivität und einer besonders dichten Sauerstoffschicht abhängen. Die aktuelle Sonnenaktivität liegt im oberen Bereich des 11‑jährigen Sonnenzyklus, was die Wahrscheinlichkeit für intensive Aurorae erhöht.
Beobachtung aus dem Orbit
Die Aufnahme wurde von einer Kamera an Bord einer internationalen Raumstation gemacht, die regelmäßig die Erdmagnetosphäre überwacht. Die Sicht aus dem All ermöglicht eine ungestörte Perspektive, frei von atmosphärischer Streuung, die bei bodengebundenen Beobachtungen häufig die Farben verfälscht.
Wissenschaftler der NASA und der ESA planen, die Daten zu nutzen, um Modelle der Magnetosphäre zu verfeinern und besser zu verstehen, wie solare Ereignisse das Erdklimasystem beeinflussen.