Entdeckung tiefliegender Magmasysteme
Ein internationales Forschungsteam der Universität Oxford hat anhand von Satellitenmessungen und geophysikalischen Modellen Belege dafür gefunden, dass sich unter der Marsoberfläche ausgedehnte Magmakörper befanden. Die Daten deuten darauf hin, dass diese Strukturen in ihrer Größe und Komplexität mit denen vergleichbar sind, die auf der Erde in Regionen mit aktiver Plattentektonik vorkommen.
Methodik und Befunde
Die Wissenschaftler nutzten hochauflösende Gravimetrie‑ und Magnetfeldmessungen, die von orbitierenden Raumfahrzeugen bereitgestellt wurden. Anhand von Anomalien in der Schwerkraft und dem Magnetfeld konnten sie Volumen von geschmolzenem Gestein identifizieren, das sich über mehrere hundert Kilometer erstreckt. Die Analyse legt nahe, dass diese Magmakörper in der frühen Geschichte des Planeten aktiv waren und möglicherweise große vulkanische Eruptionen ausgelöst haben.
Implikationen für die Marsgeologie
Bislang galt die Annahme, dass komplexe Magmasysteme nur in tektonisch aktiven Welten entstehen können. Die neuen Erkenntnisse stellen dieses Paradigma in Frage und deuten darauf hin, dass interne Wärmequellen und Aufschmelzprozesse auf dem Mars ausgereicht haben, um großskalige magmatische Aktivitäten zu unterstützen, ohne dass Plattentektonik notwendig war.
Zukünftige Forschung
Die Ergebnisse öffnen neue Fragen zur thermischen Evolution des Roten Planeten und zu möglichen Habitabilitätsbedingungen in seiner Vergangenheit. Weitere Missionen, die seismische Daten sammeln, könnten die Struktur der unterirdischen Magmakörper genauer kartieren und Aufschluss darüber geben, wie lange solche Aktivitäten andauerten.