Messungen von ultra‑schnellen Ausflüssen
Ein Team von Astronomen hat mithilfe der Weltraumteleskope XMM-Newton und NuSTAR einen der stärksten ultra‑fast outflows (UFOs) beobachtet, die jemals von einem fernen, supermassiven Schwarzen Loch nachgewiesen wurden. Das Zielobjekt ist ein hyper‑luminoser Quasar, der zur sogenannten kosmischen Mittagzeit (zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall) liegt.
Mehrere Windkomponenten
Die Analyse ergab, dass aus dem Zentrum des Quasars zwei klar unterscheidbare Strömungen hervorgehen, die mit relativistischen Geschwindigkeiten vom Schwarzen Loch weggeschleudert werden. Diese beiden Komponenten unterscheiden sich in ihrer Geschwindigkeit und Ionisationsstufe, was auf komplexe physikalische Prozesse im unmittelbaren Umfeld des Schwarzen Lochs hinweist.
Veröffentlichung und Begutachtung
Die Ergebnisse wurden am 3. Juni als Pre‑Print auf dem arXiv-Server veröffentlicht und anschließend bei der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics
Bedeutung für die Astrophysik
Solche extrem schnellen Ausflüsse können erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung ihrer Wirtsgalaxien haben, indem sie Gas aus dem galaktischen Zentrum entfernen und damit Sternentstehung regulieren. Das neue Beobachtungsbeispiel liefert wichtige empirische Daten, um theoretische Modelle von Feedback‑Mechanismen zu testen.