Spacetime-Drag durch die Erddrehung nachgewiesen
Knapp hundert Jahre nach der Formulierung der Allgemeinen Relativitätstheorie bleibt das von Albert Einstein entworfene Gravitationsmodell einer der am besten geprüften Ansätze der Physik. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Ignazio Ciufolini von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hat nun eine besonders präzise Untersuchung eines schwer fassbaren Phänomens vorgelegt.
Es handelt sich um die sogenannte Frame-Dragging-Wirkung, bei der ein rotierender Massenkörper wie die Erde die umgebende Raumzeit mit sich zieht. Diese Vorhersage zählt zu den subtilsten Konsequenzen von Einsteins Theorie und war experimentell bisher nur schwer isolierbar.
- Frame-Dragging ist eine Folge rotierender Massen in der Raumzeit
- Die Erde verformt durch ihre Rotation das lokale Gravitationsfeld
- Die neue Messung ist die genaueste ihrer Art
Die durchgeführte Analyse liefert die bisher engsten Grenzwerte für die Stärke dieses Effekts im irdischen Umfeld. Damit setzt die Arbeitsgruppe einen neuen Maßstab für die Überprüfung relativistischer Vorhersagen mit geophysikalischen und satellitenbasierten Methoden.
Beobachtungen dieser Art sind nicht nur von theoretischem Interesse. Sie dienen auch als Referenz für Navigationssysteme und hochpräzise Orbitbestimmungen, bei denen relativistische Korrekturen berücksichtigt werden müssen.