Umfangreichste Radarstudie zu Europas Eisschicht abgeschlossen
Ein internationales Forscherteam hat mithilfe des Goldstone Solar System Radar der NASA und des Green Bank Telescope der National Science Foundation die eisige Mondoberfläche des Jupiter‑Begleiters Europa über einen Zeitraum von 2011 bis 2024 systematisch untersucht. Durch das Aussenden von Radiowellen mit einer Wellenlänge von 3,5 cm wurden die Reflexionseigenschaften des Eises detailliert erfasst.
Die Messungen zeigen, dass das Eis auf Europa Radiowellen in einem deutlich stärkeren und komplexeren Muster streut als Gesteinsoberflächen im Sonnensystem. Diese ungewöhnliche Streuung deutet auf eine heterogene Struktur hin, die möglicherweise durch Einschlüsse von Salzen, Poren oder sogar unterirdische Ozeanaktivitäten verursacht wird.
Die Kombination aus dem leistungsstarken Goldstone‑Radar, das Signale über die interplanetare Distanz senden kann, und dem hochsensiblen Green Bank Telescope, das die zurückkehrenden Echos empfängt, ermöglichte eine bislang unerreichte Auflösung. Die Forscher konnten damit nicht nur die Gesamtreflektivität, sondern auch lokale Variationen im Eis kartieren.
- Radarfrequenz: 3,5 cm (8,6 GHz)
- Beobachtungszeitraum: 2011–2024
- Instrumente: Goldstone Solar System Radar, Green Bank Telescope
Die Ergebnisse legen nahe, dass Europas Oberfläche nicht homogen ist, sondern aus Schichten mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften besteht. Solche Schichten könnten Hinweise auf den darunter liegenden Ozean geben, der als potenziell bewohnbar gilt.
Weitere Analysen und geplante Missionen, etwa die NASA‑Mission Europa Clipper, werden die Radarbefunde ergänzen und gezielt nach Anzeichen für hydrothermale Aktivitäten oder chemische Zusammensetzungen suchen, die Leben ermöglichen könnten.