Entdeckung einer überraschenden Radioquelle
Ein internationales Forscherteam hat nach intensiver Beobachtung mit hochsensiblen Radioteleskopen Radiowellen von dem als 'Blue Eye Pulsar' bekannten Neutronenstern empfangen. Der Stern, dessen optisches Signal seit über dreißig Jahren nicht mehr nachweisbar war, zeigte nun ein schwaches, aber eindeutiges Radioprofil.
Hintergrund des Objekts
Der 'Blue Eye Pulsar' wurde ursprünglich in den 1990er‑Jahren durch seine ungewöhnliche blaue Färbung im optischen Spektrum entdeckt und als pulsierender Neutronenstern klassifiziert. Aufgrund des schnellen Spin‑Downs galt er als bereits erloschen, weshalb weitere Beobachtungen über Jahre hinweg erfolglos blieben.
Methodik der neuen Messungen
Die aktuelle Untersuchung nutzte die kombinierte Reichweite des Very Large Array (VLA) in New Mexico und des MeerKAT‑Observatoriums in Südafrika. Durch lange Integrationszeiten und fortschrittliche Signalfilterung konnten schwache Pulsationen isoliert werden, die zuvor von Hintergrundrauschen überdeckt waren.
Bedeutung für die Pulsar‑Forschung
Die Wiederentdeckung von Radiostrahlung aus einem als inaktiv geltenden Pulsar liefert wichtige Hinweise darauf, dass manche Neutronensterne Phasen niedriger Aktivität durchlaufen, bevor sie vollständig erlöschen. Modelle zur Magnetfeldentwicklung und zum Energieverlust von Pulsaren könnten dadurch angepasst werden.
Ausblick
Weitere Beobachtungen sind geplant, um die Frequenzverteilung und die Periodizität der Signale genauer zu bestimmen. Die Ergebnisse könnten Aufschluss darüber geben, ob ähnliche „schlafende“ Pulsare im Universum übersehen werden.