Neue Messungen zeigen enorme Energieausgabe
Ein internationales Forscherteam hat Daten ausgewertet, die darauf hindeuten, dass die aus supermassiven Schwarzen Löchern entströmenden Winde bis zu hundertmal energiereicher sind als frühere Schätzungen zugrunde legten. Die Analyse basierte auf Beobachtungen von Röntgen- und Radiostrahlung, die die Bewegung von heißem Gas in der Umgebung der Objekte verfolgten.
Die Ergebnisse zeigen, dass die kinetische Energie dieser Ströme ausreicht, um Material über Entfernungen von etwa 300.000 Lichtjahre zu beschleunigen. Damit reicht ihr Einfluss weit hinaus über die Grenzen der Galaxien, in denen die Schwarzen Löcher residieren.
Diese Reichweite bedeutet, dass die Winde das intergalaktische Medium erheblich aufwärmen und dessen Struktur verändern können. Dadurch könnten sie die Sternentstehung in benachbarten Galaxien unterdrücken oder anregen, abhängig von den lokalen Bedingungen.
Die Wissenschaftler betonen, dass die bisher angenommenen Modelle die Wirkung solcher Ausflüsse unterschätzt haben. Die neuen Werte zwingen dazu, die Entwicklung von Galaxien und die Rückkopplung zwischen Zentralen Schwarzen Löchern und ihrer Umgebung zu überarbeiten.
Weitere Beobachtungen mit kommenden Observatorien sollen bestätigen, ob ähnliche Phänomene auch bei weniger massereichen Schwarzen Löchern auftreten und wie sie das kosmische Netz auf großen Skalen formen.