Ein faszinierendes Naturschauspiel
In den kühlen Sommernächten bilden sich hoch über der Erde dünne Eisschichten, die als nachtleuchtende Wolken (NLC) bekannt sind. Diese zarten Schleier entstehen in einer Höhe von etwa 80 bis 85 Kilometern, also knapp über der Mesosphäre, und reflektieren das Sonnenlicht, das nach dem Untergang noch über den Horizont scheint.
Entstehung und Bedingungen
Die Wolken bestehen aus mikroskopisch kleinen Eiskristallen, die sich an winzigen Partikeln wie Meteoritentrümmern oder chemischen Verbindungen aus menschlichen Emissionen anlagern. Für ihr Auftreten sind besonders niedrige Temperaturen von etwa -120 °C und ein sehr trockener Luftstrom nötig. Diese Kombination ist im Sommer in den Polarregionen am häufigsten zu finden, weshalb die Beobachtungszeit meist zwischen Juni und August liegt.
Wie und wo man sie sehen kann
Um die leuchtenden Schleier zu entdecken, sollte man einen klaren Himmel ohne Lichtverschmutzung wählen und nach Sonnenuntergang etwa 30 bis 60 Grad über dem Horizont nach Norden blicken. In Mitteleuropa sind die besten Sichtungen in den nördlichen Bundesländern zu erwarten, während in Nordamerika die Regionen um die Großen Seen und im hohen Norden besonders geeignet sind.
Bedeutung für die Wissenschaft
Die Beobachtung von NLC liefert Hinweise auf Veränderungen in der oberen Atmosphäre. Wissenschaftler nutzen sie, um Trends im Klimasystem zu untersuchen, da die Häufigkeit und Helligkeit der Wolken mit dem Gehalt an atmosphärischen Treibhausgasen zusammenhängen kann.
Tipps für Hobbyastronomen
- Wählen Sie einen Ort mit wenig künstlichem Licht.
- Beobachten Sie nach Sonnenuntergang, wenn die Sonne noch 6‑10° unter dem Horizont steht.
- Verwenden Sie ein Weitwinkelobjektiv oder ein Fernglas, um die ausgedehnten Schleier zu erfassen.