Unsichtbare Strukturen im All
Große Teile des Universums entziehen sich der direkten Beobachtung, selbst mit modernsten Instrumenten. Materie wie Gas und Staub sendet kein eigenes Licht aus und wird lediglich dort wahrnehmbar, wo sie Strahlung von Sternen oder Galaxien abschirmt. Noch schwieriger gestaltet sich der Nachweis von Magnetfeldern, da gewöhnliche elektromagnetische Strahlung diese nahezu unbeeinflusst durchquert.
Ein neues Instrument und seine Möglichkeiten
Ein auf dem arXiv-Server veröffentlichter Preprint von Manisha Caleb von der Universität Sydney und weiteren Autorinnen und Autoren zeigt einen Ausweg auf. Demnach könnte ein derzeit in Betrieb genommenes Observatorium durch die Nutzung einer besonders heftigen astronomischen Erscheinung völlig neue Einblicke in schwer zugängliche Kosmos-Regionen liefern.
- Gas und Staub bleiben ohne Blockade fremder Strahlung unsichtbar.
- Magnetfelder lassen sich mit normalem Licht kaum erfassen.
- Schnelle Radiobursts eignen sich als Sonde für bislang verborgene Bereiche.
Das Square Kilometre Array (SKA) wird gegenwärtig aufgebaut und soll als mess-technische Plattform dienen, um diese Phänomene zu empfangen und auszuwerten. Die Autorengruppe argumentiert, dass sich gerade die kurzen, intensiven Radiosignale – sogenannte Fast Radio Bursts – dafür eignen, die Beschaffenheit von Materie und Feldern entlang ihres Weges zu entschlüsseln.
Sollte sich der Ansatz bewähren, ließe sich die Verteilung von intergalaktischem Gas sowie die Stärke kosmischer Magnetfelder präziser als bisher kartieren. Damit würde eines der grundlegendsten Probleme der Astrophysik angegangen: die Sichtbarkeit dessen, was kein Licht aussendet.