Fast jede Galaxie besitzt ein supermassives Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Nur in wenigen Fällen fehlt ein solches Objekt, weil es während einer schweren Galaxienkollision aus dem System geschleudert wurde. Dieser Zusammenhang legt nahe, dass Schwarze Löcher und ihre Wirtsgalaxien eng miteinander verbunden entstehen und sich entwickeln.
Es besteht weiterhin Diskussion darüber, ob zuerst das Galaxiegerüst um einen Schwarzen Loch‑Samen herum entsteht oder ob das Loch zuerst entsteht und anschließend Galaxienmaterial anzieht. Zahlreiche Studien deuten jedoch darauf hin, dass beide Komponenten zeitlich koordiniert wachsen, wobei ihre Massen sich in bestimmten Skalierungsbeziehungen halten.
Neue Analysen von Beobachtungsdaten zeigen jedoch Ausnahmen: In einigen Galaxien übersteigt die Akkretionsrate des zentralen Schwarzen Lochs die Sternentstehungsrate des Wirtsystems deutlich. Das bedeutet, dass das Loch Masse schneller zusammenträgt als die Galaxie neue Sterne bilden kann.
Diese Diskrepanz stellt das einfache Bild einer synchronen Evolution infrage. Sie weist darauf hin, dass Rückkopplungsprozesse, wie energiereiche Jets oder Strahlung vom Loch, den Sternentstehungsprozess hemmen oder beschleunigen können. Damit müssen bestehende Modelle das Zusammenspiel von Wachstum und Rückkopplung genauer abbilden.
Zukünftige Beobachtungen mit Instrumenten wie dem James Webb Weltraumteleskop sollen weitere Systeme erfassen, um zu prüfen, wie verbreitet dieses Phänomen ist und welche physikalischen Mechanismen das ungleichmäßige Wachstum steuern.