Ein Blick in das Orion‑Molekülwolken‑Filament
Das James‑Webb‑Weltraumteleskop (JWST) hat am 5. Juni 2026 ein hochauflösendes Bild veröffentlicht, das einen winzigen Teil eines ausgedehnten Filaments aus kaltem Gas und Staub abbildet, das sich jenseits des Orionnebels erstreckt. Dieses Filament gehört zu den Orion‑Molekülwolken, einer der nächsten Sternentstehungsregionen der Milchstraße.
Verschiedene Entwicklungsstadien
Im aufgenommenen Bild lassen sich mehrere Entwicklungsphasen junger Sterne erkennen. Im Zentrum befinden sich dichte Kerne, die noch keine Kernfusion betreiben – die sogenannten Stern‑Embryonen. Weiter außen sind bereits wärmere Objekte zu sehen, die von einer umgebenden Scheibe aus Gas und Staub umgeben sind, aus denen sich später Planeten bilden können.
Protoplanetare Scheiben im Fokus
Die protoplanetaren Scheiben, die um die jungen Sterne kreisen, zeigen Strukturen wie Spiralen und Lücken, die auf die Entstehung von Planetesimalen hindeuten. Diese Beobachtungen liefern wichtige Hinweise darauf, wie planetare Systeme wie unser Sonnensystem entstehen.
Bedeutung für die Astrophysik
Durch die Kombination von Infrarot‑ und Nahinfrarot‑Daten kann das JWST die Temperatur, Dichte und chemische Zusammensetzung der Materie im Filament bestimmen. Das ermöglicht Forschern, die physikalischen Prozesse zu modellieren, die den Kollaps von Gaswolken und die anschließende Sternbildung steuern.
Zukünftige Untersuchungen
Weitere Beobachtungen des Orion‑Filaments mit dem JWST sowie ergänzende Messungen von Radioteleskopen sollen das Bild der Sternentstehung vervollständigen und die Rolle von Magnetfeldern und Turbulenzen genauer beleuchten.