Modellrechnungen liefern Hinweise auf Abbremsung
Einer aktuellen Modellstudie zufolge, die im Fachjournal Nature Communications erschienen ist, haben Forschende Anzeichen dafür gefunden, dass sich die Rotation des Pluto-Mondes Charon im Laufe der Zeit verlangsamt hat. Die entsprechenden Hinweise ergaben sich aus der Analyse tektonischer Strukturen auf der eisigen Oberfläche des Himmelskörpers.
Demnach hinterließ der Prozess der allmählichen Abbremsung der Eigenrotation – Fachleute sprechen von Despinning – sichtbare Spuren in der geologischen Beschaffenheit des Trabanten. Solche Beobachtungen erlauben Rückschlüsse auf die frühe thermische Entwicklung nicht nur von Charon, sondern auch von weiteren eisbedeckten Monden in den äußeren Bereichen des Sonnensystems.
Bedeutung für die Erforschung eisiger Monde
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Oberflächenstrukturen von Himmelskörpern wie Charon als Archive früherer dynamischer Prozesse dienen können. Durch die Kombination von geologischen Daten und computergestützten Simulationen lässt sich rekonstruieren, wie sich Drehimpuls und innere Wärmeentwicklung in der Geschichte solcher Objekte verändert haben.
- Charon ist der größte Mond des Zwergplaneten Pluto
- Die Studie nutzt tektonische Merkmale als Indikatoren für Rotation
- Die Erkenntnisse betreffen auch andere eisige Satelliten im äußeren Sonnensystem