Mit den ersten Beobachtungen des X‑Ray Imaging and Spectroscopy Mission (XRISM) haben Wissenschaftler der Universität Michigan neue Hinweise darauf erhalten, warum die massereichsten Galaxien des Universums überraschend wenige Sterne besitzen.
Die Analyse konzentriert sich auf die sogenannten AGN‑Feedback‑Mechanismen, bei denen energiereiche Strahlung und Teilchenströme aus dem Umfeld eines supermassiven Schwarzen Lochs in das umgebende Gas eingeleitet werden. XRISM ermöglicht es, die Temperatur, Dichte und Geschwindigkeit dieses heißen Gases mit bislang unerreichter Präzision zu messen.
Erste Ergebnisse zeigen, dass die aus dem Schwarzen Loch herausströmenden, hochenergetischen Winde das umgebende interstellare Medium stark erwärmen und verdrängen. Durch diese Aufheizung wird das Gas zu heiß, um unter seiner eigenen Schwerkraft zu kollabieren, was die Bildung neuer Sterne effektiv verhindert.
Die Studie liefert damit einen wichtigen Baustein für Modelle der galaktischen Evolution, die bislang Schwierigkeiten hatten, das Fehlen von Sternen in den größten Galaxien zu erklären. Weitere XRISM‑Beobachtungen sollen klären, wie häufig und über welchen Zeitraum solche Feedback‑Prozesse auftreten.