Vor etwa dreißig Jahren bemerkte ein Amateurastronom beim Blick auf einen scheinbar unscheinbaren weißen Zwerg eine plötzliche Zunahme seiner Helligkeit. Das Phänomen fiel aus dem erwarteten Verlauf heraus, denn solche Sterne kühlen normalerweise kontinuierlich ab und werden schwächer.
Neue Auswertungen von Archivaufnahmen und Spektraldaten zeigen, dass der Helligkeitszuwachs durch einen Very Late Thermal Pulse ausgelöst wird. Dabei zündet eine dünne Heliumschicht in der Hülle des Sterns spät im Lebenszyklus erneut und setzt dabei große Energiemengen frei.
Der Energieausstoß heizt die Oberfläche des Sterns stark auf und erhöht seine Leuchtkraft um mehrere Größenordnungen. Deshalb sprechen Fachleute von einem „wiedergeborenen“ Stern, der nach einer Phase der Abkühlung erneut in einen heißen, hellen Zustand übergeht.
Durch den starken Strahlungsdruck verliert das Objekt rasch seine äußeren Schichten und entwickelt Eigenschaften, die sonst bei massereichen Wolf-Rayet-Sternen beobachtet werden: ausgeprägte Sternwinde und breite Emissionslinien in seinem Spektrum.
Da die weiteren Veränderungen innerhalb von Jahren bis Jahrzehnten ablaufen, können Astronomen die Entwicklung praktisch in Echtzeit verfolgen. Das liefert ein seltenes Beobachtungsfeld, um späte evolutive Vorgänge bei niedrigmassigen Sternen zu untersuchen, die sonst nur über viel längere Zeiten zugänglich sind.