Ein neuer Meilenstein für die Wettervorhersage
Die europäische Wettersystem‑Organisation ECMWF hat begonnen, Daten des Cloud‑Profiling‑Radars des ESA‑Satelliten EarthCARE in ihre globalen Vorhersagemodelle zu integrieren. Damit ist es das erste Mal, dass Radar‑Messungen von Wolken aus dem Weltraum systematisch in ein operatives Wettervorhersagesystem einfließen.
Mission EarthCARE im Überblick
EarthCARE (Earth Clouds, Aerosols and Radiation Explorer) wurde entwickelt, um simultane Messungen von Wolken, Aerosolen und Strahlungsflüssen zu ermöglichen. Das zentrale Instrument, ein Mikrowellen‑Radar, liefert vertikale Profile von Wolkenstruktur und -dichte, die bislang nur von bodengestützten Radaranlagen erfasst wurden.
Praktische Anwendung der Daten
Durch die Einbindung der Radar‑Profile kann das ECMWF‑Modell die Verteilung von Wolken genauer abbilden, was die Vorhersage von Niederschlag, Temperatur und Strahlungsbilanz verbessert. Erste Tests zeigen eine höhere Treffgenauigkeit bei Kurzzeitprognosen, insbesondere bei komplexen Wettersystemen über den Ozeanen.
Bedeutung für die Klimaforschung
Die Möglichkeit, globale Wolkeninformationen in Echtzeit zu nutzen, eröffnet neue Wege für die Untersuchung des Klimasystems. Wolken und Aerosole spielen eine zentrale Rolle bei der Regulierung der Erderwärmung, und präzisere Daten unterstützen sowohl Wetterdienste als auch langfristige Klimamodelle.
Ausblick
- Weiterer Ausbau der Datenassimilation für zusätzliche EarthCARE‑Instrumente.
- Kooperation mit anderen Wetterdiensten, um die Methode weltweit zu etablieren.
- Langfristige Beobachtung der Wolkenentwicklung zur Verbesserung von Klimaprojektionen.