Unterschiedliche Chemie im Doppelsternsystem
Ein Forscherteam hat mithilfe hochauflösender Spektroskopie die chemischen Elemente zweier eng beisammengerückter Sterne untersucht. Während beide Sterne ursprünglich aus derselben Molekülwolke entstanden sein sollten, zeigte die Analyse signifikante Unterschiede in der Menge von Lithium, Beryllium und schweren Metallen.
Der eine Stern weist einen merklich geringeren Gehalt an leichten Elementen auf, was darauf hindeutet, dass er Material aus einem eng umkreisenden, erdähnlichen Körper aufgenommen hat. Solche Anomalien können entstehen, wenn ein Planet in die Nähe des Sterns gerät und durch gravitative Wechselwirkungen in den Stern stürzt.
Hinweise auf planetarische Verschluckung
Die Forscher vergleichen die Messwerte mit Modellen, die beschreiben, wie sich die chemischen Profile von Sternen verändern, wenn planetare Körper zerfallen und in die Sternoberfläche eingespritzt werden. Die Ergebnisse passen gut zu den Vorhersagen: Der betroffene Stern zeigt einen deutlichen Mangel an Lithium, einem Element, das in planetarer Gesteinsmasse häufig vorkommt, während schwere Metalle leicht erhöht sind.
Die Entdeckung liefert ein neues Werkzeug, um nach ehemaligen Planeten zu suchen, die nicht mehr eigenständig existieren, weil sie von ihrem Heimatstern verschluckt wurden.
Bedeutung für die Planetensuche
Bislang wurden nur wenige Fälle von Sternen identifiziert, die Spuren einer planetarischen Verschluckung tragen. Dieses Ergebnis erweitert das Verständnis dafür, wie häufig solche Vorgänge im Universum sein könnten und welche Rolle sie bei der Entwicklung von Planetensystemen spielen.