Ein neues Bild der Milchstraße
Nach drei Jahren im All liefert das ESA‑Teleskop Euclid ein bislang unvergleichliches Bild des galaktischen Zentrums. In nur 26 Stunden Beobachtungszeit wurden Zehntausende von Einzelaufnahmen zu einem Mosaik zusammengefügt, das mehrere zehn Millionen Sterne abbildet.
Mehr als ein Sternenfeld
Die Aufnahme dient nicht allein der ästhetischen Darstellung. Sie bildet zugleich eine Karte der Sternentstehung und -entwicklung: Von dunklen Molekülwolken, in denen neue Sterne geboren werden, bis hin zu den alten, dichten Sternpopulationen des Bulges.
Verborgenes Planetenreich durch Mikrolinsen
In diesem dichten Lichtsammelsurium verbergen sich unzählige Planeten, die mit herkömmlichen Methoden nicht sichtbar sind. Wissenschaftler nutzen die Technik der Gravitationsmikrolinsen, bei der das Licht eines Hintergrundsterns kurzzeitig verstärkt wird, wenn ein Vordergrundobjekt – häufig ein Stern mit einem Begleitplaneten – hindurchzieht. Die dadurch entstehenden Lichtkurven erlauben die Erkennung von Planeten und sogar die Abschätzung ihrer Massen, ausschließlich über gravitative Effekte.
Euclid – von dunkler Materie zu verborgenen Welten
Ursprünglich konzipiert, um die Verteilung von dunkler Materie und dunkler Energie zu untersuchen, eröffnet Euclid nun ein neues Fenster zur eigenen Galaxie. Die Kombination aus großflächiger Bildgebung und präziser Photometrie macht das Teleskop zu einem leistungsstarken Instrument, um sowohl kosmologische Fragen als auch die Demografie von Exoplaneten im Milieu unserer Milchstraße zu adressieren.
Ausblick
Die ersten Analysen deuten darauf hin, dass Tausende von bislang unbekannten Planeten im beobachteten Feld existieren könnten. Weitere Auswertungen werden das statistische Bild verfeinern und helfen, die Verteilung von Planetentypen im Inneren der Galaxie besser zu verstehen.