Hintergrund der Mission
Das Swift‑Observatorium, das seit 2004 die hochenergetischen Phänomene des Universums überwacht, verliert aufgrund seiner niedrigen Umlaufbahn allmählich an Höhe. Der Luftwiderstand der Erdatmosphäre zieht das Satelliteninstrument immer weiter nach unten, sodass ein unkontrollierter Wiedereintritt in den kommenden Jahren wahrscheinlich ist.
Swift Boost – Konzept und Kosten
Um den Satelliten zu stabilisieren, hat die NASA ein spezielles Service‑Modul entwickelt, das am 27. Juni gestartet wurde. Das Modul, das umgangssprachlich als „Swift Boost“ bezeichnet wird, soll Swift in eine höhere Umlaufbahn heben und dessen Betriebsdauer um mehrere Jahre verlängern. Für die Entwicklung, den Start und die Durchführung der Mission wurden rund 30 Millionen US‑Dollar veranschlagt.
Technische Umsetzung
Das Service‑Modul ist mit einem elektrischen Antriebssystem ausgestattet, das eine sanfte, aber präzise Orbitalmanövrierung ermöglicht. Nach dem Andocken an Swift wird das Modul die Geschwindigkeit des Observatoriums erhöhen, sodass es die dichtere Atmosphäre verlässt und wieder in einen stabilen Orbit eintritt.
Risiken und Nutzen
Die Mission birgt technische Risiken, insbesondere beim Andocken an ein 22‑jähriges Satellitenfahrzeug, das nicht für eine solche Intervention ausgelegt ist. Gleichzeitig ermöglicht die Verlängerung der Missionsdauer wertvolle Beobachtungen von Gammastrahlenausbrüchen, Röntgenflammen und anderen transienten Ereignissen, die für die Astrophysik von großer Bedeutung sind.
Ausblick
Der Erfolg von Swift Boost könnte als Modell für zukünftige Rettungs- und Service‑Missionen dienen, bei denen teure Wissenschaftsinstrumente im Orbit erhalten werden sollen, anstatt sie zu ersetzen.