Simulation von Weltraumbedingungen im Labor
Da es im All keine natürlichen Nahrungsquellen gibt, muss alles Essbare für Missionen ins All mitgebracht werden. Trotz der langen Geschichte von Meeresfrüchten als Grundnahrungsmittel auf der Erde war bislang wenig darüber bekannt, wie Wasserlebewesen auf die Schwerelosigkeit reagieren, die ihnen im Weltraum begegnen würde. Wissenschaftler der Okayama University of Science in Japan haben nun in der Fachzeitschrift Microgravity Science and Technology eine Untersuchung veröffentlicht, die diese Lücke schließen soll.
Die Arbeitsgruppe setzte dabei auf ein neues Verfahren, um mikrogravitative Verhältnisse auf der Erde nachzubilden. Mit dessen Hilfe ließen sich Verhaltensweisen von Krebstieren beobachten, die sonst nur unter realen Raumbedingungen zu erwarten wären. Im Zentrum stand die Frage, ob und wie die Tiere unter reduzierter Schwerkraft Nahrung aufnehmen können.
Ergebnisse deuten auf Einsatzmöglichkeiten hin
Die Beobachtungen zeigten, dass die untersuchten Krebse auch in der simulierten Umgebung des Weltraums in der Lage waren, Futter aufzunehmen. Daraus schließen die Autoren, dass solche Tiere grundsätzlich als Bestandteil einer künftigen Nahrungskette für Langzeitaufenthalte außerhalb der Erde infrage kommen könnten. Dies betrifft insbesondere geplante Stationen wie Basen auf dem Mond.
- Okayama University of Science führte die Experimente durch
- Publikation erschien in Microgravity Science and Technology
- Krebstiere fraßen auch unter simulierter Schwerelosigkeit
- Potenzial für zukünftige Weltraum-Ernährungssysteme
Weitere Studien sind nötig, um belastbare Erkenntnisse für den Einsatz in echten Raumfahrtmissionen zu gewinnen. Die vorliegende Arbeit liefert jedoch eine erste Grundlage, um aquatische Organismen in Überlegungen zur Versorgung von Mondbasen einzubeziehen.